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Diese Seite erklärt, was das Stundengebet ist, wie sich das überlieferte Römische Brevier und die Liturgia Horarum zueinander verhalten und wie man selbst mit einer einzigen Hore zu beten beginnt. Am Ende stehen eine vollständige kurze Hore, die Sonntagskomplet, auf Latein und Deutsch, und eine Liste guter Stellen, an denen man die Texte findet.
Das Stundengebet ist das öffentliche Gebet der Kirche durch Tag und Nacht. Zu festen Stunden, von vor dem Morgengrauen bis zur Schlafenszeit, lobt die Kirche Gott, hört auf die Heilige Schrift und betet für die Welt. Das Zweite Vatikanische Konzil nannte es „die Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht“, und sagte, sein Ziel sei die Heiligung des ganzen Tages (Sacrosanctum Concilium, 84 und 88).
Im Mittelpunkt stehen die Psalmen. Den größten Teil jeder Hore bilden Psalmen, umgeben von kurzen Lesungen, Hymnen und Gebeten. Die Ordnung geht auf den Psalter selbst zurück: „Siebenmal des Tages sprech' ich dein Lob“ und „Um Mitternacht steh' ich auf, dich zu loben“ (Ps 118,164 und 118,62, nach Allioli). Der heilige Benedikt führt beide Verse an, um zu erklären, warum die Mönche siebenmal am Tag und einmal in der Nacht beten.
Dasselbe Gebet trägt mehrere Namen. Göttliches Offizium ist der überlieferte Name. Brevier heißt das Buch, in dem es steht. Liturgia Horarum (Stundenliturgie) ist der Name des erneuerten Offiziums seit 1971. Der heilige Benedikt nannte es das Werk Gottes (Opus Dei).
Wer es betet. Das Kirchenrecht verpflichtet die Priester und die Diakone auf dem Weg zum Priestertum, täglich das Stundengebet zu verrichten. Ständige Diakone beten den Teil, den ihre Bischofskonferenz festlegt (can. 276 § 2, 3°). Ordensleute beten es nach ihren eigenen Konstitutionen (can. 1174 § 1). Laien haben keine Verpflichtung, doch die Kirche lädt sie eindringlich ein, daran teilzunehmen (can. 1174 § 2). Das Konzil bat die Seelsorger, dafür zu sorgen, dass an Sonntagen und Festen die Vesper in der Kirche gesungen wird, und ermutigte die Laien, das Offizium mit den Priestern, miteinander oder allein zu beten (Sacrosanctum Concilium, 100).
Der Römische Ritus hat zwei Formen des Offiziums, so wie er zwei Formen der Messe hat.
Das überlieferte Römische Brevier. Nach dem Konzil von Trient gab Papst Pius V. 1568 ein erneuertes Römisches Brevier heraus. 1911 ordnete Papst Pius X. mit Divino Afflatu die Psalmen neu, sodass jede Woche der ganze Psalter gebetet wird; das trat 1913 in Kraft. 1955 und dann noch einmal 1960 unter Johannes XXIII. wurde das Offizium weiter gekürzt. Das Brevier von 1960 ist die Ausgabe, die zum Messbuch von 1962 gehört. Es hat acht Horen:
Die Liturgia Horarum. Das Konzil verlangte eine Erneuerung des Offiziums (Sacrosanctum Concilium, 89). Papst Paul VI. promulgierte das neue Offizium mit Laudis Canticum am 1. November 1970, und die lateinische Ausgabe, die Liturgia Horarum, folgte am 11. April 1971. Die Psalmen sind jetzt auf vier Wochen statt auf eine verteilt. Morgen- und Abendgebet sind die beiden „Angelpunkte“ des Tages. Die Prim wurde abgeschafft. Außerhalb des Chores darf man nur eine der drei Tageshoren beten, die, die zur Tageszeit passt.
So entsprechen sich die Horen:
In Irland und Großbritannien heißt die englische Ausgabe der Liturgia Horarum The Divine Office. Die Vereinigten Staaten haben eine eigene Ausgabe, und dort ist eine neue englische Übersetzung approbiert, die zwischen der Fastenzeit 2027 und dem Advent 2028 in Gebrauch kommen soll.
Die Regel des heiligen Benedikt, im 6. Jahrhundert geschrieben, gibt die monastische Form des Offiziums. Benedikt setzt sieben Tageshoren fest: Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. Dazu kommt das Nachtoffizium der Vigilien. Alle 150 Psalmen werden jede Woche gesungen, und an jedem Sonntag beginnt man bei den Vigilien von neuem; er sagt, „dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“ (Regel, Kapitel 16, 18 und 43). Seine Komplet ist die einfachste von allen: jeden Abend dieselben drei Psalmen (4, 90 und 133), ohne Antiphonen gesungen. Benediktinische Klöster, die heute die älteren Bücher bewahren, beten aus dem Breviarium Monasticum, dem monastischen Brevier. Seine Horen tragen dieselben Namen wie die römischen, verteilen die Psalmen aber anders. Beide unten genannten Klöster, Le Barroux und Silverstream, singen das Offizium so, auf Latein und im gregorianischen Choral.
Versuche nicht, das ganze Offizium auf einmal zu beten. Beginne mit einer Hore und bleibe dabei. Die Komplet ist der übliche erste Schritt. Sie ist kurz, sie kommt am natürlichen Ende des Tages, und sie ändert sich von Abend zu Abend kaum. In der Liturgia Horarum dürfen die Sonntagspsalmen des Nachtgebets an jedem Abend genommen werden, sodass man es leicht auswendig lernt. Im monastischen Offizium ist die Komplet jeden Abend dieselbe.
Jede Hore ist aus denselben wenigen Teilen gebaut. Wer sie kennt, kann jeder Hore in beiden Formen leicht folgen.
Dies ist die Komplet für den Sonntag, wie sie im Römischen Brevier nach der Reform des heiligen Pius X. von 1911 steht; sie ist zugleich die Sonntagskomplet des Breviers von 1960. An Werktagen wechseln Antiphon und Psalmen, und in der Osterzeit bekommen einige Teile ein Alleluja. Alles andere ist jeden Abend gleich. Die Psalmen und das Nunc dimittis stehen in der Übersetzung von Joseph Franz von Allioli, der vom Heiligen Stuhl approbierten deutschen Bibel nach der Vulgata (Psalmen nach den Ausgaben von 1839 und 1860, das Nunc dimittis nach Band 5 von 1839), in heutiger Rechtschreibung; Allioli starb 1873, sein Text ist gemeinfrei. Der Hymnus und die übrigen deutschen Texte folgen den deutschen Texten von Divinum Officium, die das Projekt nach eigener Angabe dem Brevier „Das kirchliche Stundengebet oder Das römische Brevier“, übersetzt von Erzpriester Stephan (Pustet, 1926), entnimmt; an wenigen Stellen sind sie hier dem lateinischen Text angeglichen. Anweisungen stehen kursiv.
Die Komplet beginnt mit der Bitte um den Segen und einer kurzen Lesung. In den Büchern von 1960 lautet die erste Zeile „Jube, Dómine, benedícere“.
| V. Jube, domne, benedícere. | Lass, o Herr, den Segen erteilen. |
| Benedictio. Noctem quiétam et finem perféctum concédat nobis Dóminus omnípotens. R. Amen. | Segen. Eine ungestörte Nacht und ein vollkommen gutes Ende verleihe uns der allmächtige Herr. R. Amen. |
| Lectio brevis (1 Pet 5:8-9). Fratres: Sóbrii estóte, et vigiláte: quia adversárius vester diábolus tamquam leo rúgiens círcuit, quærens quem dévoret: cui resístite fortes in fide. | Kurze Lesung (1 Petr 5,8-9). Brüder, seid umsichtig und haltet Wache, weil euer Feind, der Teufel, wie ein Löwe mit aufgesperrtem Maul um euch herumschleicht und danach trachtet, einen zu verschlingen. Ihm stellt euch entgegen mit Festigkeit im Glauben. |
| V. Tu autem, Dómine, miserére nobis. R. Deo grátias. | Du aber, Herr, erbarme dich unser. R. Dank sei Gott. |
| V. Adjutórium nostrum in nómine Dómini. R. Qui fecit cælum et terram. | V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn. R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. |
Das Vaterunser wird still gebetet. In den Büchern von 1960 kann stattdessen eine Gewissenserforschung gehalten werden. Dann folgt das Schuldbekenntnis.
| Confíteor Deo omnipoténti, beátæ Maríæ semper Vírgini, beáto Michaéli Archángelo, beáto Joánni Baptístæ, sanctis Apóstolis Petro et Paulo, et ómnibus Sanctis, quia peccávi nimis, cogitatióne, verbo et ópere: mea culpa, mea culpa, mea máxima culpa. Ídeo precor beátam Maríam semper Vírginem, beátum Michaélem Archángelum, beátum Joánnem Baptístam, sanctos Apóstolos Petrum et Paulum, et omnes Sanctos, oráre pro me ad Dóminum Deum nostrum. | Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus und allen Heiligen, dass ich viel gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige, allzeit reine Jungfrau Maria, den heiligen Erzengel Michael, den heiligen Johannes den Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus und alle Heiligen, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn. |
| Misereátur nostri omnípotens Deus, et dimíssis peccátis nostris, perdúcat nos ad vitam ætérnam. R. Amen. | Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben. R. Amen. |
| Indulgéntiam, absolutiónem et remissiónem peccatórum nostrórum tríbuat nobis omnípotens et miséricors Dóminus. R. Amen. | Nachlass, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden gewähre uns der allmächtige und barmherzige Gott. R. Amen. |
| V. Convérte nos, Deus, salutáris noster. R. Et avérte iram tuam a nobis. | V. O wende unsere Lage, Gott, du Urquell unseres Segens. R. Und lass uns ganz von deinem Zorn befreit sein. |
| V. Deus, in adjutórium meum inténde. R. Dómine, ad adjuvándum me festína. | V. O Gott, komm mir zu Hilfe. R. Herr, eile, mir zu helfen. |
| Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in sǽcula sæculórum. Amen. Allelúja. | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Alleluja. |
Von Septuagesima bis Ostern sagt man statt des Alleluja:
| Laus tibi, Dómine, Rex ætérnæ glóriæ. | Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit. |
Die drei Psalmen werden unter einer Antiphon gebetet. Die Antiphon wird vor ihnen gesagt (an manchen Tagen nur ihre ersten Worte) und nach ihnen ganz. Jeder Psalm schließt mit dem Ehre sei dem Vater.
| Ant. Miserére mihi, Dómine, et exáudi oratiónem meam. | Ant. Sei mir gnädig und erhör' mein Bitten. |
Psalm 4
| Cum invocárem exaudívit me Deus justítiæ meæ: in tribulatióne dilatásti mihi. | Da ich rief, erhörte mich der Gott meiner Gerechtigkeit; in der Trübsal hast du mir Raum gemacht. |
| Miserére mei, et exáudi oratiónem meam. | Erbarme dich meiner, und erhöre mein Gebet! |
| Fílii hóminum, úsquequo gravi corde? ut quid dilígitis vanitátem, et quǽritis mendácium? | Ihr Menschenkinder! wie lange ist noch schwer euer Herz? Warum liebet ihr die Eitelkeit, und suchet die Lüge? |
| Et scitóte quóniam mirificávit Dóminus sanctum suum: Dóminus exáudiet me cum clamávero ad eum. | Wisset doch, dass der Herr Wunder getan an seinem Heiligen; der Herr höret mich, wenn ich zu ihm rufe. |
| Irascímini, et nolíte peccáre: quæ dícitis in córdibus vestris, in cubílibus vestris compungímini. | Zürnet ihr, so sündiget nicht; was ihr sprechet in eurem Herzen, das bereuet auf euern Lagern. |
| Sacrificáte sacrifícium justítiæ, et speráte in Dómino. Multi dicunt: Quis osténdit nobis bona? | Opfert ein Opfer der Gerechtigkeit, und hoffet auf den Herrn! Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen? |
| Signátum est super nos lumen vultus tui, Dómine: dedísti lætítiam in corde meo. | Das Licht deines Angesichtes, Herr, ist gezeichnet über uns; du hast Freude in mein Herz gegeben! |
| A fructu fruménti, vini, et ólei sui multiplicáti sunt. | Von der Frucht des Getreides, des Weines und ihres Öles sind sie reich geworden. |
| In pace in idípsum dórmiam, et requiéscam; | Ich schlafe darüber in Frieden, und ruhe; |
| Quóniam tu, Dómine, singuláriter in spe constituísti me. | denn du, Herr, hast mich sonderlich festgestellt in der Hoffnung! |
| Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in sǽcula sæculórum. Amen. | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. |
Psalm 90
| Qui hábitat in adjutório Altíssimi, in protectióne Dei cæli commorábitur. | Wer unter der Hilfe des Allerhöchsten wohnet, wird bleiben unterm Schirme des Gottes des Himmels. |
| Dicet Dómino: Suscéptor meus es tu, et refúgium meum: Deus meus sperábo in eum. | Er wird sagen zu dem Herrn: Du bist's, der mich aufnimmt, meine Zuflucht; mein Gott, auf ihn hoff' ich! |
| Quóniam ipse liberávit me de láqueo venántium, et a verbo áspero. | Denn er befreite mich vom Stricke der Jäger, und von der harten Sache. |
| Scápulis suis obumbrábit tibi: et sub pennis ejus sperábis. | Mit seinen Schultern wird er dich decken; und unter seinen Flügeln schöpfest du Hoffnung. |
| Scuto circúmdabit te véritas ejus: non timébis a timóre noctúrno, | Wie ein Schild umgibt dich seine Wahrheit; du darfst nicht fürchten nächtlichen Schrecken, |
| A sagítta volánte in die, a negótio perambulánte in ténebris: ab incúrsu, et dæmónio meridiáno. | nicht den Pfeil, der am Tage fliegt, nicht das Ding, so im Finstern wandelt, nicht den Anfall des mittägigen Teufels. |
| Cadent a látere tuo mille, et decem míllia a dextris tuis: ad te autem non appropinquábit. | Fallen auch tausend an deiner Seite, und zehntausend zu deiner Rechten, so wird's doch dir nicht nahen; |
| Verúmtamen óculis tuis considerábis: et retributiónem peccatórum vidébis. | sondern mit deinen Augen kannst du's schauen, und den Lohn der Sünder sehen. |
| Quóniam tu es, Dómine, spes mea: Altíssimum posuísti refúgium tuum. | Denn du, Herr, bist meine Hoffnung; den Allerhöchsten nahmest du dir zur Zuflucht. |
| Non accédet ad te malum: et flagéllum non appropinquábit tabernáculo tuo. | Kein Unglück wird zu dir kommen, und keine Plage nahen deinem Zelte. |
| Quóniam Ángelis suis mandávit de te: ut custódiant te in ómnibus viis tuis. | Denn seinen Engeln hat er deinethalben befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen. |
| In mánibus portábunt te: ne forte offéndas ad lápidem pedem tuum. | Auf den Händen werden sie dich tragen, dass nicht etwa an einen Stein stoße dein Fuß. |
| Super áspidem, et basilíscum ambulábis: et conculcábis leónem et dracónem. | Auf Nattern und Basilisken wirst du wandeln, und zertreten Löwen und Drachen. |
| Quóniam in me sperávit, liberábo eum: prótegam eum, quóniam cognóvit nomen meum. | „Weil er auf mich gehoffet, so will ich ihn befreien, ihn beschirmen; denn er hat erkannt meinen Namen. |
| Clamábit ad me, et ego exáudiam eum: cum ipso sum in tribulatióne: erípiam eum et glorificábo eum. | Er rufet zu mir, und ich erhöre ihn; ich bin bei ihm in der Trübsal; ich reiß' ihn heraus, und bring' ihn zu Ehren. |
| Longitúdine diérum replébo eum: et osténdam illi salutáre meum. | Mit langem Leben will ich ihn sättigen, und ihm zeigen mein Heil.“ |
| Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in sǽcula sæculórum. Amen. | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. |
Im ersten Vers hat die englische Douay-Rheims-Bibel in Challoners Fassung „der Gott Jakobs“. Das Latein sagt „der Gott des Himmels“, und so übersetzt auch Allioli.
Psalm 133
| Ecce nunc benedícite Dóminum, omnes servi Dómini: | Wohlan! jetzo preiset den Herrn, alle Diener des Herrn, |
| Qui statis in domo Dómini, in átriis domus Dei nostri. | die ihr stehet im Hause des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes. |
| In nóctibus extóllite manus vestras in sancta, et benedícite Dóminum. | Erhebet des Nachts eure Hände zum Heiligtume, und preiset den Herrn! |
| Benedícat te Dóminus ex Sion, qui fecit cælum et terram. | Der Herr segne dich aus Sion, der Himmel und Erde gemacht hat! |
| Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in sǽcula sæculórum. Amen. | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. |
| Ant. Miserére mihi, Dómine, et exáudi oratiónem meam. | Ant. Sei mir gnädig und erhör' mein Bitten. |
Hymnus
| Te lucis ante términum, / Rerum Creátor, póscimus, / Ut pro tua cleméntia / Sis præsul et custódia. | Eh' nun verschwindet ganz das Licht, / O Weltenschöpfer, in der Nacht / Fleh'n wir, dass du in deiner Huld / Uns Schützer seist und sich're Wacht. |
| Procul recédant sómnia, / Et nóctium phantásmata; / Hostémque nostrum cómprime, / Ne polluántur córpora. | Halt schlimmes Traumgespinst uns fern / Und was uns in der Nachtzeit schreckt. / In Fesseln halte unsern Feind, / Dass er kein Stück von uns befleckt. |
| Præsta, Pater piíssime, / Patríque compar Únice, / Cum Spíritu Paráclito / Regnans per omne sǽculum. Amen. | Gewähr uns dies, o Vater mild, / Und du, sein wesensgleicher Sohn, / Die ihr, eins mit dem Heil'gen Geist, / Zugleich regiert auf ew'gem Thron. Amen. |
Kapitel, Responsorium und Versikel
| Capitulum (Jer 14:9). Tu autem in nobis es, Dómine, et nomen sanctum tuum invocátum est super nos: ne derelínquas nos, Dómine, Deus noster. R. Deo grátias. | Kapitel (Jer 14,9). Du aber bist unter uns, o Herr, und deine heilige Majestät ist angerufen zum Schutze über uns; verlass uns nicht, Herr, unser Gott. R. Dank sei Gott. |
| R. br. In manus tuas, Dómine, comméndo spíritum meum. R. In manus tuas, Dómine, comméndo spíritum meum. | Kurzes Responsorium. In deine Hände, o Herr, empfehle ich mein Leben. R. In deine Hände, o Herr, empfehle ich mein Leben. |
| V. Redemísti nos, Dómine, Deus veritátis. R. Comméndo spíritum meum. | V. Du hast uns erlöst, Herr, du treuer Gott. R. Empfehle ich mein Leben. |
| V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. R. In manus tuas, Dómine, comméndo spíritum meum. | V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. R. In deine Hände, o Herr, empfehle ich mein Leben. |
| V. Custódi nos, Dómine, ut pupíllam óculi. R. Sub umbra alárum tuárum prótege nos. | V. Schütze uns, o Herr, so wie den Stern in deinem Auge. R. Unter deiner Fittichdecke sei ein Schirm uns. |
Der Lobgesang des Simeon (Lk 2,29-32)
| Ant. Salva nos, Dómine, vigilántes, custódi nos dormiéntes; ut vigilémus cum Christo, et requiescámus in pace. | Ant. Erhalt uns heil, o Herr, solange wir wachen, nimm uns in Schutz, wenn wir schlafen, damit wir wachend bleiben mit Christus und ausruhen in Frieden. |
| Nunc dimíttis servum tuum, Dómine, secúndum verbum tuum in pace: | Nun entlassest du, Herr, nach deinem Worte deinen Diener im Frieden; |
| Quia vidérunt óculi mei salutáre tuum, | denn meine Augen haben dein Heil gesehen, |
| Quod parásti ante fáciem ómnium populórum, | das du bereitet hast vor dem Angesichte aller Völker, |
| Lumen ad revelatiónem géntium, et glóriam plebis tuæ Israël. | als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel. |
| Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in sǽcula sæculórum. Amen. | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. |
| Ant. Salva nos, Dómine, vigilántes, custódi nos dormiéntes; ut vigilémus cum Christo, et requiescámus in pace. | Ant. Erhalt uns heil, o Herr, solange wir wachen, nimm uns in Schutz, wenn wir schlafen, damit wir wachend bleiben mit Christus und ausruhen in Frieden. |
Nach den älteren Rubriken folgen an manchen Tagen kurze Gebete, die Preces. Die Bücher von 1955 und 1960 lassen sie weg, und so geschieht es auch hier. Ein Priester oder Diakon sagt „Dominus vobiscum“ (Der Herr sei mit euch) anstelle des ersten „Domine, exaudi“.
Oration und Segen
| V. Dómine, exáudi oratiónem meam. R. Et clamor meus ad te véniat. | V. O Herr, erhöre mein Gebet. R. Und lass mein Rufen zu dir kommen. |
| Orémus. Vísita, quǽsumus, Dómine, habitatiónem istam, et omnes insídias inimíci ab ea longe repélle: Ángeli tui sancti hábitent in ea, qui nos in pace custódiant; et benedíctio tua sit super nos semper. Per Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum: qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti, Deus, per ómnia sǽcula sæculórum. R. Amen. | Lasset uns beten. Nimm, wir bitten dich, o Herr, Wohnung in diesem Gemach und alle Nachstellungen des Feindes scheuche weit von ihm weg; deine heiligen Engel mögen in ihm Wohnung nehmen, die uns im Frieden beschützen, und dein Segen walte stets über uns. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. |
| V. Dómine, exáudi oratiónem meam. R. Et clamor meus ad te véniat. | V. O Herr, erhöre mein Gebet. R. Und lass mein Rufen zu dir kommen. |
| V. Benedicámus Dómino. R. Deo grátias. | V. Singet Lob und Preis. R. Dank sei Gott, dem Herrn. |
| Benedictio. Benedícat et custódiat nos omnípotens et miséricors Dóminus, Pater, et Fílius, et Spíritus Sanctus. R. Amen. | Segen. Es segne uns und beschütze uns der allmächtige und barmherzige Herr, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. R. Amen. |
Die Komplet schließt mit einer Antiphon zu Unserer Lieben Frau, die mit der Zeit des Kirchenjahres wechselt. Das Alma Redemptoris Mater wird vom Advent bis zum 2. Februar gebetet, das Ave Regina caelorum von da an bis zum Gründonnerstag und das Regina caeli in der Osterzeit. Vom Dreifaltigkeitssonntag bis zum Advent ist es das Salve Regina, das hier steht.
| Salve, Regína, mater misericórdiæ; vita, dulcédo et spes nostra, salve. Ad te clamámus éxsules fílii Hevæ. Ad te suspirámus geméntes et flentes in hac lacrimárum valle. Eja ergo, advocáta nostra, illos tuos misericórdes óculos ad nos convérte. Et Jesum, benedíctum fructum ventris tui, nobis post hoc exsílium osténde. O clemens, o pia, o dulcis Virgo María. | Sei gegrüßt, o Königin, Mutter voll Barmherzigkeit, du unser Leben, unsere Süßigkeit, unsere Hoffnung, sei gegrüßt. Zu dir rufen wir in der Fremde weilende Kinder Evas, zu dir seufzen wir klagend und weinend in diesem Tal voller Tränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, lenke deine barmherzigen Augen auf uns und nach diesem Aufenthalt hier in der Fremde zeig uns Jesum, dein hochzupreisendes Kind. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. |
| V. Ora pro nobis, sancta Dei Génetrix. R. Ut digni efficiámur promissiónibus Christi. | V. Bitte für uns, heilige Gottesmutter. R. Auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. |
| Orémus. Omnípotens sempitérne Deus, qui gloriósæ Vírginis Matris Maríæ corpus et ánimam, ut dignum Fílii tui habitáculum éffici mererétur, Spíritu Sancto cooperánte, præparásti: da, ut, cujus commemoratióne lætámur, ejus pia intercessióne, ab instántibus malis et a morte perpétua liberémur. Per eúmdem Christum Dóminum nostrum. R. Amen. | Lasset uns beten. O allmächtiger und ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria durch Mitwirkung des Heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung für deinen Sohn bereitet hast, verleihe, dass wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre Fürbitte von den drohenden Übeln und vom ewigen Tode befreit werden. Durch denselben Christus, unsern Herrn. R. Amen. |
| V. Divínum auxílium máneat semper nobíscum. R. Amen. | V. Die Hilfe Gottes möge ständig bei uns bleiben. R. Amen. |
In den älteren Büchern werden danach still das Vaterunser, das Ave Maria und das Credo gebetet. Die Bücher von 1955 und 1960 lassen das weg.
Wer lieber vom Bildschirm betet: Divinum Officium bietet die Komplet des Tages mit Latein und einer zweiten Sprache nebeneinander. Man kann die Rubriken von 1960 oder eine ältere oder monastische Fassung wählen. Das Nachtgebet der Liturgia Horarum gibt es jeden Tag kostenlos bei Universalis.
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